2. Dezember 2021

Wegzugssteuer - Neue Zahlungspflichten für Unternehmer und vermögende Privatpersonen !

Früher gab es in vielen Ländern keine Wegzugssteuer. Mit der ATAD (Anti-Tax-Avoidance-Directive) der EU hat sich dies geändert und alle EU-Länder führen gerade eine Wegzug- bzw. Entstrickungssteuer (Exit-Tax) ein. Dies ist dann relevant, wenn Sie an Unternehmen im In-und Ausland beteiligt sind und ins Ausland verziehen. In Deutschland hat man diese Steuer urspünglich als Reichsfluchtsteuer erfunden und später in den gefälligen Namen Wegzugsteuer umgetauft. 

Im Grundsatz berechnet das Finanzamt einen fiktiven Veräußerungsgewinn Ihrer Unternehmensanteile. Ein Unternehmen das z.B. 100.000 Euro Gewinn im Jahr erwirtschaftet, kann dabei schnell mit 1 Million Euro bewertet werden. 

Zukünftig sollen auch beschränkt Steuerpflichtige in den Anwendungsbereich der Regelung fallen, ebenso wie Umlaufvermögen und Sachverhalte mit grenzüberschreitenden Überführungen in EWR-Staaten.

Wenn Sie das Unternehmen vor fünf Jahren mit 25.000 Euro Stammkapital gegründet haben, beläuft sich der zu versteuernde fiktive Veräußerungserlös zum Zeitpunkt des Wegzuges somit auf sagenhafte 975.000 Euro. Da fallen also schon ein paar hunderttausend Euro an Steuern an. Eine "ausgearbeitete und geplante" Insolvenz ist keine Lösung da sonst der Staatsanwalt zu Besuch kommt.

Natürlich gibt es Wege, um die Bewertung zu Ihren Gunsten zu beeinflussen. Anpassungen wird es durch die EU-Richtlinie bzw. das ATADUmsG auch bei der Wegzugsbesteuerung i.S. des § 6 AStG bei natürlichen Personen geben, die z.B. GmbH-Anteile im Privatvermögen besitzen und in das Ausland verziehen. Da Deutschland insoweit an diesen Anteilen das Besteuerungsrecht in Folge des Wegzugs und des damit verbundenen Wechsels der Ansässigkeit verliert, findet grundsätzlich eine finale Schlussbesteuerung im Zeitpunkt des Grenzübertritts statt. 

Insbesondere wird die zinslose unbefristete Stundung bei Wegzug von EU-/EWR-Bürgern innerhalb des EU-/EWR-Raums abgeschafft und durch die Möglichkeit einer siebenjährigen Ratenzahlung ersetzt, wenn der Steuerpflichtige dafür eine Sicherheit an das Finanzamt leistet.

Künftig wird beim Wegzug zur Bemessung der Dauer der unbeschränkten Steuerpflicht nicht mehr auf die gesamte Lebenszeit, sondern nur auf die letzten zwölf (Zeit-)Jahre abgestellt.

Grundsätzlich gilt !

Wer keinen Positivbeweis eines neuen Wohnsitzes erbringen kann, dem wird im Herkunftsland weiterhin eine unbeschränkte Steuerpflicht konstruiert. Gerade für in Deutschland unbeschränkt Steuerpflichtige sind die Regelungen besonders streng: Man erinnere sich, wie es einem gewissen Boris Becker erging, der in Monaco zu wohnen erklärte, aber in Wirklichkeit lieber in Schwabing weilte. Also, Abmeldung wird nicht ausreichend sein ! 

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Wer ist für die Reichensteuer ? Vorsicht, sie könnte bei euch zuschlagen !

Ein Nettoeinkommen von etwa 2.500 Euro (Brutto ca. 4100,00 Euro) reicht bereits aus, um zu den reichsten 20 Prozent der Deutschen zu gehöre...