28. September 2021

Ist die nächste Finanzkrise "Grün" ? BIZ thematisiert ESG-Blase !

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete jüngst über den aktuellen Quartalsbericht der in Finanzkreisen sehr angesehenen Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mit Sitz in Basel in der Schweiz. Die BIZ untersuchte der Zeitung zufolge in ihrem jüngsten Quartalsbericht die enormen Mittelzuflüsse in ESG-Investments. Grudsätzlich würde die BIZ das Umdenken in der Finanzwelt und die damit einhergehende "grüne" Entwicklung goutieren. Gleichzeitig verweisen die Ökonomen aber auf Parallelen in der Vergangenheit.

Mit Blick auf die enormen Investitionsvolumina sowie die massiven Preisanstiege bei ESG-Papieren sehen die Studienautoren Parallelen zu Eisenbahnaktien Mitte des 18. Jahrhunderts, Internetaktien während der Dotcom-Blase, aber auch dem Immobilienmarkt während der Weltfinanzkrise. Vermögenswerte, die mit grundlegenden wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen verbunden seien, neigen dazu, nach einem anfänglichen Investitionsboom große Preiskorrekturen zu erfahren. Es gebe Anzeichen dafür, dass so manche ESG-Anlage am Markt zu euphorisch aufgenommen werde. Darauf deute etwa das enorm hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien hin.

Allein zwischen 2016 und 2020 sei das Volumen von ESG-Vermögenswerten auf die gigantische Größe von 35 Billionen US-Dollar angewachsen. Wir reden in dem Kontext von einem Mittelaufwuchs von ca. zehn Billionen US-Dollar. Zum Vergleich, das Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik Deutschland betrug im Jahr 2020 nur 3,8 Billionen US-Dollar. Das sagt schon sehr, sehr viel aus. 

Eiji Hirano, der ehemalige Aufsichtsratschef eines großen japanischen Staatsfonds äußerte sich gegenüber Bloomberg sehr nachdenklich. An der Stelle sei betont, dass Persönlichkeiten wie Herr Hirano sich grundsätzlich zum Marktgeschehen sehr bedeckt halten. Es kann fast schon als Sensation gewertet werden, dass er sich öffentlich zu einer eindeutigen Aussage hinreißen ließ. Grundsätzlich betonte Hirano, dass der japanische Staatsfonds, genauer der Government Pension Investment Fund (GPIF), wieder zu seinen Wurzeln zurückkehren müsse.

Weiter müsse nachgedacht werden, wie man analysieren könne, ob ESG wirklich profitabel sei. Fraglich sei auch, wie man ESG bewerten und standardisieren könne. Herr Hirano gab ja die Leitung des Gremiums in diesem Jahr ab und betonte weiter, dass es derzeit ein bißchen nach einer ESG-Blase aussehen würde.
  

 

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