21. Juni 2022

Entstehung der neuen G8 - Die Welt gegen den Wertewesten, der sich gerne "Internationale Gemeinschaft" nennt !

Auszug Pepe Ecobar von Asia Times 

Der Sprecher der Duma, Wjatscheslaw Wolodin, hat vielleicht das entscheidende Akronym für die entstehende multipolare Welt geschaffen: „die neue G8“. 

Diese nicht Russland sanktionierende G8, fügte er hinzu, ist der alten, die eigentlich die G7 ist, in Bezug auf das BIP in Kaufkraftparität (KKP) um 24,4 % voraus, da die Volkswirtschaften der G7 am Rande des Zusammenbruchs stehen und die USA eine Rekordinflation verzeichnen.

Die Macht des Akronyms wurde von einem der Europaforscher der Russischen Akademie der Wissenschaften, Sergej Fedorow, bestätigt: Drei BRICS-Mitglieder (Brasilien, China und Indien) neben Russland sowie Indonesien, dem Iran, der Türkei und Mexiko, die sich alle nicht dem allumfassenden Wirtschaftskrieg des Westens gegen Russland angeschlossen haben, werden bald die globalen Märkte dominieren.

Fedorov betonte die Macht der neuen G8 sowohl in der Bevölkerung als auch in der Wirtschaft: „Wenn der Westen, der alle internationalen Organisationen eingeschränkt hat, seine eigene Politik verfolgt und jeden unter Druck setzt, wozu sind dann diese Organisationen notwendig? Russland hält sich nicht an diese Regeln.“

Die Ankunft der neuen G8 deutet auf das unvermeidliche Aufkommen von BRICS+ hin, eines der Hauptthemen, die auf dem kommenden BRICS-Gipfel in China diskutiert werden. Argentinien ist sehr daran interessiert, Teil der erweiterten BRICS zu werden, und die (informellen) Mitglieder der neuen G8 – Indonesien, Iran, Türkei, Mexiko – sind alle wahrscheinliche Kandidaten.

Das Zusammentreffen der neuen G8 und der BRICS+ wird Peking dazu veranlassen, die von Cheng Yawen vom Institut für internationale Beziehungen und öffentliche Angelegenheiten an der Shanghai International Studies University bereits als Drei-Ringe-Strategie bezeichnete Strategie weiter zu entwickeln.

Der erste Ring „sind Chinas Nachbarländer in Ostasien, Zentralasien und dem Nahen Osten; der zweite Ring ist die große Zahl der Entwicklungsländer in Asien, Afrika und Lateinamerika; und der dritte Ring erstreckt sich auf die traditionellen Industrieländer, vor allem Europa und die Vereinigten Staaten.“

Die Grundlage für den Aufbau der Drei Ringe ist eine tiefere Integration des globalen Südens. Cheng stellt fest, dass „zwischen 1980 und 2021 das Wirtschaftsvolumen der Entwicklungsländer von 21 auf 42,2 Prozent der weltweiten Gesamtproduktion gestiegen ist.“

Und dennoch „sind die derzeitigen Handelsströme und gegenseitigen Investitionen der Entwicklungsländer immer noch stark von den vom Westen kontrollierten Finanz- und Währungsinstitutionen/Netzwerken abhängig. Um ihre Abhängigkeit vom Westen zu durchbrechen und ihre wirtschaftliche und politische Autonomie weiter zu stärken, sollten eine umfassendere finanzielle und monetäre Zusammenarbeit und neue Instrumente zwischen den Entwicklungsländern aufgebaut werden“.

Dies ist eine versteckte Anspielung auf die aktuellen Diskussionen innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAEU), an denen China beteiligt ist und die ein alternatives Finanz- und Währungssystem nicht nur für Eurasien, sondern für den globalen Süden entwerfen – unter Umgehung möglicher amerikanischer Versuche, eine Art Bretton Woods 3.0 durchzusetzen.

Was sich also am Horizont abzeichnet, ist nach den Vorstellungen der chinesischen Wissenschaft eine „neue G8/BRICS+“-Interaktion als revolutionäre Vorhut der entstehenden multipolaren Welt, die sich auf den gesamten Globalen Süden ausdehnen soll.

Das bedeutet natürlich eine vertiefte Internationalisierung der chinesischen geopolitischen und geoökonomischen Macht, einschließlich der chinesischen Währung. Cheng bezeichnet die Schaffung eines internationalen Systems mit „drei Ringen“ als wesentlich, um „die [amerikanische] Belagerung zu durchbrechen“.

 Pepe Escobar ist Kolumnist bei The Cradle, leitender Redakteur bei Asia Times und unabhängiger geopolitischer Analyst mit Schwerpunkt Eurasien. 

Originaltext englisch 

Der Euro zerfällt, die Wirtschaft wird dem Klimagötzen geopfert und die Staaten werden übergriffig werden ! 

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18. Juni 2022

Internationales Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg 6/22

In seiner Rede auf der Plenarsitzung des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg (SPIEF) vermutete der russische Präsident Wladimir Putin, dass alle derzeitigen Erzählungen im Westen über die sogenannte "Putinsche Inflation" für diejenigen gedacht seien, "die nicht lesen und nicht schreiben können".

Die wichtigsten Zitate des Präsidenten: 

 "Unfähig oder nicht willens, andere Reserven zu nutzen, haben die Behörden der führenden westlichen Volkswirtschaften einfach die Druckerpresse angeworfen. Auf diese unkomplizierte Art und Weise begannen sie, zuvor nicht gesehene Haushaltsdefizite zu decken."

"Die Europäische Union hat ihre politische Souveränität vollständig verloren, und ihre bürokratischen Eliten tanzen nach der Pfeife eines anderen und akzeptieren alles, was ihnen von oben befohlen wird, was ihrer eigenen Bevölkerung und ihrer eigenen Wirtschaft schadet."

 "In den letzten Jahrzehnten haben sich auf dem Planeten neue mächtige Zentren gebildet, von denen jedes sein eigenes politisches System und seine eigenen sozialen Institutionen entwickelt, seine eigenen Modelle des Wirtschaftswachstums umsetzt und natürlich das Recht hat, diese zu schützen und die nationale Souveränität zu gewährleisten."

"Wir sprechen von objektiven Prozessen, von wirklich revolutionären, tektonischen Veränderungen in der Geopolitik, der Weltwirtschaft, im technologischen Bereich, im gesamten System der internationalen Beziehungen."

"Und es ist ein Irrtum zu glauben, dass man in Zeiten turbulenter Veränderungen einfach abwarten kann, dass sich alles wieder normalisiert und alles so wird wie früher. Das wird es nicht. Es scheint jedoch, dass die herrschenden Eliten einiger westlicher Länder derartigen Illusionen unterliegen, dass sie die offensichtlichen Dinge nicht sehen wollen und sich stur an den Schatten der Vergangenheit klammern." 

"Der Wandel ist der natürliche Lauf der Geschichte, denn die zivilisatorische Vielfalt des Planeten, der Reichtum der Kulturen, lassen sich nur schwer mit politischen, wirtschaftlichen und anderen Mustern kombinieren. Schablonen funktionieren hier nicht, also Schablonen, die unverhohlen und alternativlos von einem Zentrum vorgegeben werden. Der Fehler liegt in der Vorstellung, dass es nur eine, wenn auch starke Macht mit einem begrenzten Kreis von nahestehenden oder – wie man auch sagt – zugelassenen Staaten gibt."

"Unsere [westlichen] Kollegen leugnen nicht nur die Realität, sie versuchen, dem Lauf der Geschichte entgegenzuwirken, sie denken in Begriffen des letzten Jahrhunderts, sie sind gefangen in ihren eigenen Wahnvorstellungen über Länder außerhalb der sogenannten goldenen Milliarde, sie betrachten alles andere als Peripherie, als ihren Hinterhof, sie behandeln sie immer noch als Kolonien und die dort lebenden Völker als Menschen zweiter Klasse, weil sie sich selbst für außergewöhnlich halten."

"Alle Normen der Wirtschaft und der internationalen Beziehungen werden – wenn es notwendig wird – ausschließlich im Interesse desjenigen Staates ausgelegt."

"Eine Welt, die auf einem solchen Dogma beruht, ist definitiv instabil."


 

 

 

12. Juni 2022

Made in EU - Enteignungsgesetze & staatliche Schnüffelverordnungen - (Geldwäscheprävention) !

Nun sparen über 80 % der Verbraucher in konventionelle Bank- oder Versicherungsprodukte, die nun auch nachweislich keine oder nur geringste Renditen erwirtschaften. Wir erlauben uns auf diese Mainstreamprodukte auch in die Tiefe näher einzugehen, da diese besonders von Enteignung betroffen sein werden.

Das SAG-Gesetz

Nahezu kaum jemand in der Finanzbranche und als Verbraucher hat jemals von diesem einschneidenden Gesetz aus Dezember 2014 gehört oder gelesen. Das SAG besagt, dass eine neue „Bankennotrettungsinstitution“ anordnen kann, sofern eine systemrelevante Bank eine Insolvenz droht, die Bank nun Kundengelder einziehen oder in Aktien der Bank zu einem von ihr festgelegten Nennwert umwandeln darf und zwar kraft dieses Gesetzes! Interessanterweise wurde in § 5 SAG festgehalten, dass alle Funktionsträger über das nach dem SAG ablaufende Verfahren Stillschweigen zu wahren haben. Wer ist seit 2014 betroffen? Alle Privatkunden und Firmenkunden, die Einlagen ab 100.000 € bei einer systemrelevanten Bank führen. Die Einlagen können sich aus verschiedenen Bereichen zusammensetzen. Die Summe aller Positionen ergeben die exakte Einlage, welche, wenn diese 100.000 € überschreitet, nun unter das SAG fallen. Das sind das Sparbuch, Festgeld, Tagesgeld, Giroguthaben, Sparverträge, Namensschuldverschreibungen und auch die Liquidität aus Wertpapier depots. Das SAG Gesetz erlaubt es nunmehr alle Konten und Sparvarianten bei insolvenzbedrohten Banken zu „konfiszieren“, auch wenn sogar die Durchschnittshöhe im Jahr oberhalb von 100.000 € lagen oder diese Gesamtsumme eines Familienstammes (bitte vergegenwärtigen!) bei einer gemeinsame Bank die genannte Summe überschreitet. Der Sparer oder vielmehr der Bürger bürgt wieder einmal mit großen Teilen (oder der Gesamtheit) seines Vermögens.

Collective Action Clause

Die kollektive Handlungsklausel besagt, dass es den Euroländern künftig erlaubt ist, Schuldenschnitte schneller und einfacher durchzuführen. Davon könnten auch Millionen deutsche Sparer betroffen sein. Es ist quasi ein Angriff auf die Ersparnisse der Bürger, nach geplantem Schuldenschnitt und rücksichtsloser Enteignung. Alle neuen Staatsanleihen der Eurozone enthalten seit 2013 eine solche  Klausel. Das klingt für Laien paradox und viele dürften glauben, davon nicht betroffen zu sein - wer besitzt schon direkt Staatsanleihen. Es kann aber praktisch tatsächlich jeden treffen. In jeder Lebensversicherung und in jedem privaten Rentensparvertrag sind solche Papiere enthalten. Und mit der Klausel können die Staaten zukünftig die Rückzahlung von Schulden verweigern, selbst wenn der einzelne Sparer dem nicht zustimmt. Damit kann es wiederum doch jeden Sparer in Deutschland treffen.

§ 314 VAG (vormals § 89)

Der Gesetzgeber weiß systemrelevante Institutionen zu schützen, sicherlich ist es auch die Aufgabe so etwas zu tun. Nur wenn die eigene private oder betriebliche Altersversorgung daran hängt, sollte man mehrfach überlegen, solche Verträge fortzuführen. Was besagt dieser Paragraf? Er besagt, wenn Versicherungsunternehmen „echte Finanznot“ erleiden, Leistungen komplett verweigert, herabgesenkt werden und auch vorzeitige Auszahlungen bei Kündigungen verweigert werden dürfen. Dazu besteht aber die Verpflichtung der Weiterzahlung durch den Versicherungsnehmer! Somit hängt ein Kunde so einer Versicherungsgesellschaft komplett am Tropf des Versicherers und des Gesetzgebers.

§ 98 KAGB

Dieser Paragraf aus dem Kapitalanlagegesetzbuch ist wenigen Menschen bekannt. Er besagt, dass Kapitalverwaltungsgesellschaften die Rücknahmen von Fondsanteilen verweigern beziehungsweise aussetzen darf, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen. Natürlich muss so etwas öffentlich bekannt gegeben werden usw., aber es handelt sich hierbei ganz klar um den „Notausgang“ für Be-teiligungsunternehmen (AIF-Fonds) und von Investmentfondsgesellschaften, wenn diese Not leiden oder sich dramatisch verspekuliert haben, auf Kosten der Anleger und Kunden. Welche weiteren Einflüsse haben wir, wenn jemand sparen, Investieren oder Geld anlegen möchte ? ?

Finanzämter sowie zahlreiche weitere Behörden haben allein im  Jahr 2020 unglaubliche 1.304.565 Abfragen durchgeführt. An jedem Wochentag werden bei deutschen Banken im Durchschnitt die Daten von rund 6.000 Bürgern abgefragt.

Meldepflichtige nach dem Geldwäschegesetz !

  • Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute, Zahlungsinstitute und E-Geld-Institute
  • Agenten und E-Geld-Agenten
  • selbstständige Gewerbetreibende, die im Namen eines Zahlungsdienstleisters Zahlungsdienste ausführen oder E-Geld eines Kreditinstituts vertreiben oder rücktauschen
  • andere Finanzunternehmen, deren Haupttätigkeit z.B. Geldmaklergeschäfte sind
  • Versicherungsunternehmen und Versicherungsvermittler, soweit sie jeweils Lebensversicherungstätigkeiten, Unfallversicherungen oder Darlehen anbieten oder vermitteln
  • Kapitalverwaltungsgesellschaften
  • Freiberufler aus dem rechts-, wirtschafts- und steuerberatenden Bereich, soweit sie für ihren Mandanten an der Planung oder Durchführung von Geschäften, z.B. der Verwaltung von Vermögenswerten, mitwirken oder im Namen und auf Rechnung des Mandanten Finanz- oder Immobilientransaktionen durchführen
  • Dienstleister für Gesellschaften und für Treuhandvermögen oder Treuhänder, die nicht den vorgenannten Berufen angehören, wenn sie für Dritte Dienstleistungen erbringen, z.B. die Gründung einer juristischen Person oder Personengesellschaft
  • Immobilienmakler
  • Veranstalter und Vermittler von Glücksspielen
  • Güterhändler

Weiterer Grund zur Vermögensverlagerung / Umschichtung

Finanzämter sowie zahlreiche weitere Behörden haben allein im  Jahr 2020 unglaubliche 1.304.565 Abfragen von Konten durchgeführt. An jedem Wochentag werden bei deutschen Banken im Durchschnitt die Daten von rund 6.000 Bürgern abgefragt.

 


5. Juni 2022

Sergey Glazyev: ehemaliger Berater von Präsident Putin und ein Vorstand der EAEU

 Auszug ,  Vollständiges Interview (Deutsch)

 Sergey Glazyev ist ein russischer Wirtschaftswissenschaftler und Politiker. Doktor der Wirtschaftswissenschaften, Professor, Akademiker der Russischen Akademie der Wissenschaften (seit 2008), derzeit Mitglied des Vorstands (Minister) für die Hauptbereiche Integration und Makroökonomie der Eurasischen Wirtschaftskommission.

Berater des Präsidenten der Russischen Föderation (30. Juli 2012 – 9. Oktober 2019) für die Koordinierung der Aktivitäten der föderalen Exekutivorgane zur Entwicklung der eurasischen Integration innerhalb der Zollunion und des gemeinsamen Wirtschaftsraums der Russischen Föderation, der Republik Belarus und der Republik Kasachstan. Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine (2009-2016).

Mitglied des Nationalen Finanzrates der Bank von Russland. Ehemaliger Minister für Außenwirtschaftsbeziehungen Russlands, Mitglied der Staatsduma der ersten, dritten und vierten Konvokation. Einer der Vorsitzenden des Wahlblocks der Partei Rodina (2003-2004). Kandidat für das Amt des Präsidenten der Russischen Föderation (2004). Ehemaliger stellvertretender Generalsekretär der EurAsEC.

Euro und Pfund sind keine Weltwährungen mehr. Das alte Geld- und Finanzsystem erlebt nun seine letzten Tage. Der Zusammenbruch des Weltwährungs- und Finanzsystems aus Dollar und Euro ist unvermeidlich, nachdem die nicht benötigten amerikanischen Dollars aus den asiatischen Ländern zurück nach Amerika verschifft worden sind. Die führenden Länder werden zu nationalen Währungen wechseln und der Euro und der Dollar werden nicht mehr als Währungsreserven dienen.

Wie sehen Sie die Welt, nachdem das Monopol des Dollars verschwunden ist?

Sergey Glazyev: Wir sind dabei, einen internationalen Vertrag auszuarbeiten, um eine neue Weltrechnungswährung einzuführen, die an die nationalen Währungen der teilnehmenden Länder und an Rohstoffe gebunden ist, die den realen Wert bestimmen. Wir werden keine amerikanischen und europäischen Banken brauchen. In der Welt, in der die Banken ihre Bedeutung verlieren, entwickelt sich ein neues Zahlungssystem, das auf moderner digitaler Technologie mit Blockchain basiert. Der klassische Kapitalismus, der auf privaten Banken basiert, gehört der Vergangenheit an. Das internationale Recht wird wiederhergestellt.

Die Ära der liberalen Globalisierung ist vorbei

Alle wichtigen internationalen Beziehungen, einschließlich der Frage des globalen Währungsumlaufs, werden allmählich von Verträgen geprägt. Gleichzeitig wird die nationale Souveränität zurückgewonnen, weil souveräne Länder zustimmen. Die globale wirtschaftliche Zusammenarbeit basiert auf gemeinsamen Investitionen zur Verbesserung des Wohlstands der Völker. Die Liberalisierung des Handels hat keine Priorität mehr, nationale Prioritäten werden respektiert und jeder Staat baut ein System zum Schutz des heimischen Marktes und seines Wirtschaftsraums auf, das er für angemessen hält. Mit anderen Worten: Die Ära der liberalen Globalisierung ist vorbei. Vor unseren Augen nimmt eine neue Weltwirtschaftsordnung Gestalt an, eine integrale Ordnung, in der einige Staaten und Privatbanken ihr privates Monopol auf die Ausgabe von Geld, den Einsatz militärischer Gewalt usw. verlieren.

Objektiv gesehen könnte der Rubel zusammen mit dem Yuan und der Rupie eine Reservewährung werden. Man könnte zu einem Mehrwährungssystem auf der Grundlage nationaler Währungen übergehen. Aber wir brauchen immer noch eine Art Äquivalent für die Preisgestaltung… Jetzt arbeiten wir an dem Konzept des Austauschraums der Eurasischen Wirtschaftsunion, in dem eine der Aufgaben darin besteht, neue Preiskriterien zu schaffen. Das heißt, wenn wir wollen, dass die Metallpreise nicht in London, sondern in Russland gebildet werden, genau wie die Ölpreise, dann impliziert dies die Entstehung einer anderen Währung, insbesondere wenn wir nicht nur innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion, sondern in Eurasien im weitesten Sinne, im Zentrum der neuen Weltwirtschaftsordnung, zu der ich China, Indien, Indochina, Japan, Korea und den Iran zähle, operieren wollen. Es handelt sich um große Länder, die alle ihre eigenen grundlegenden nationalen Interessen haben. Nach den aktuellen Geschichten über die Beschlagnahmung von Dollarreserven glaube ich nicht, dass irgendein Land die Währung eines anderen Landes als Reservewährung verwenden möchte. Es wird also ein neues Instrument benötigt. Und das wäre meiner Meinung nach zunächst einmal eine Art synthetische Währung, die als ein solcher aggregierter Index konstruiert würde.

Könnten wir einige Beispiele haben? Was ist das?

Sergey Glazyev: Nun, nehmen wir an, der Euro – es gab eine solche Erfahrung in der Europäischen Union. Er wurde als Korb von Währungen aufgebaut. Alle Länder, die sich an der Schaffung einer neuen Rechenwährung beteiligen, müssen das Recht erhalten, ihre nationale Währung in diesem Korb zu haben. Und die gemeinsame Währung wird als Index gebildet, als gewichteter Durchschnitt dieser nationalen Währungen. Nun, aus meiner Sicht müssen Sie noch Rohstoffe dazuzählen: nicht nur Gold, sondern auch Öl, Metall, Getreide und Wasser. Eine Art Warenbündel, das nach unseren Schätzungen etwa 20 Waren umfassen sollte. Sie bilden nämlich die globalen Preisproportionen und sollten daher in den Korb für die Bildung einer neuen Rechnungswährung aufgenommen werden. Und wir brauchen einen internationalen Vertrag, der die Regeln für den Umlauf dieser Währung festlegt und eine Organisation ähnlich dem Internationalen Währungsfonds schafft. Übrigens haben wir schon vor 15 Jahren vorgeschlagen, den IWF zu reformieren, aber jetzt ist es offensichtlich, dass das neue monetäre Finanzsystem ohne den Westen aufgebaut werden muss. Vielleicht schließt sich Europa irgendwann an, und die USA müssen es ebenfalls anerkennen. Aber im Moment ist klar, dass sie ohne sie aufgebaut werden muss, zum Beispiel auf der Grundlage der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit. Dies ist jedoch nur eine Ausarbeitung von Experten, die wir den offiziellen Stellen im nächsten Monat zur Prüfung vorlegen werden. 

Gold ist der einzige sichere Hafen

Sie wissen, dass wir eine stark positive Handelsbilanz haben. Wir haben die Pflicht zum Verkauf von 80% der Deviseneinnahmen eingeführt. Wenn wir diese Erlöse an der Börse verkaufen, wird das Volumen der Devisen größer sein als der Bedarf der Importeure. Wir werden einen Überschuss an Devisen haben. Das bedeutet, dass sich der Rubelkurs festigen wird, das heißt er wird auf das alte Niveau zurückkehren – 80 oder sogar 70 Rubel pro Dollar. Aber solange die Zentralbank die Spekulanten nicht vom Markt genommen hat und den Geschäftsbanken erlaubt, solche zu werden, wird sich der Rubelkurs nicht stabilisieren. Die Währungsbehörden sind also leider noch nicht zur Vernunft gekommen und haben noch nicht damit begonnen, die richtige makroökonomische Stabilisierungspolitik umzusetzen. Ich kann daher keinen anderen Rat geben, als in Gold zu investieren, wenn dies möglich ist (insbesondere, da die Regierung die Mehrwertsteuer auf Gold abgeschafft hat). Es gibt keine anderen realen Vermögenswerte oder sicheren Häfen.

Sollen wir also Gold kaufen?

Sergey Glazyev: Kaufen Sie das Nötigste. Oder investieren Sie in Immobilien, in etwas Zuverlässiges. Was Investitionen in Dollar und Euro betrifft… Sie sind für uns keine Währung mehr. Es handelt sich nicht mehr um eine Währung, sondern um eine Art Verpflichtung anderer Länder, die erfüllt oder nicht erfüllt werden kann. Wir müssen also nach anderen Möglichkeiten suchen. 

 

Die Sanktionierten (Russland, Iran) wehren sich !

 Pepe Escobar ist Kolumnist bei The Cradle, leitender Redakteur bei Asia Times und unabhängiger geopolitischer Analyst mit Schwerpunkt Eurasien.  https://thecradle.co/Article/columns/11133

Die wichtigsten Auszüge in Deutsch. 

Das erste Eurasische Wirtschaftsforum, das letzte Woche in Bischkek, Kirgisistan, stattfand, sollte als Meilenstein bei der Festlegung der Parameter für die geoökonomische Integration des eurasischen Kernlandes betrachtet werden.

Sergei Glazyev, Russlands Minister für Integration und Makroökonomie der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAEU), koordiniert die Bemühungen, in Zusammenarbeit mit China ein alternatives Währungs- und Finanzsystem – de facto ein Post-Bretton Woods III – zu entwickeln.

Laut Glazyev wurde auf dem Forum „das Modell einer neuen globalen Verrechnungswährung diskutiert, die an Körbe nationaler Währungen und Rohstoffe gekoppelt ist. Die Einführung dieses Währungsinstruments in Eurasien wird den Zusammenbruch des Dollarsystems und die endgültige Schwächung der militärischen und politischen Macht der USA zur Folge haben. Es ist notwendig, im Rahmen der SOZ Verhandlungen über die Unterzeichnung eines entsprechenden internationalen Abkommens aufzunehmen.“ 

Es ist besonders wichtig zu verstehen, wie Glazyev die Bestrebungen der EAEU mit der zunehmenden geopolitischen und geoökonomischen Rolle der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) verknüpft, die die wichtigsten eurasischen Mächte an einem Tisch vereint: China, Russland, Indien, Pakistan, Kasachstan und Iran.

Dies steht in direktem Zusammenhang mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, der auf der Sitzung des Obersten Eurasischen Wirtschaftsrates die Verlängerung eines befristeten Freihandelsabkommens zwischen der EAEU und dem Iran, dem jüngsten (und einzigen westasiatischen) Vollmitglied der SCO, unterstützte. Putin sagte, dies solle trotz der „Konfrontation durch den kollektiven Westen“ fortgesetzt werden.  

Langsam aber sicher versucht die neue RIC (Russland-Iran-China) – im Gegensatz zu der alten RIC in BRICS (Russland-Indien-China) – ihre Finanzsysteme zu integrieren. Für China ist der Iran als Energielieferant und wesentlicher Partner der Belt and Road Initiative (BRI) in Westasien eine Frage der nationalen Sicherheitsstrategie.

Parallel dazu ist die russisch-iranische Front recht lebhaft. Sie beschleunigen die gegenseitigen Abrechnungen in ihren nationalen Währungen auf „das höchstmögliche Niveau“, wie der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Novak betonte: „Wir haben zusammen mit den Zentralbanken die Verbreitung und den Betrieb des Finanznachrichtensystems sowie die Verbindung von Mir- und [iranischen] Shetab-Zahlungskarten diskutiert.“

Bislang wird die Mir-Karte im Iran noch nicht akzeptiert, aber das wird sich bald ändern – ebenso wie in der Türkei, die ab diesem Sommer die Mir-Kartenzahlungen von Legionen russischer Touristen akzeptieren wird. In der Praxis bedeutet dies, dass Russland und der Iran ihre Banken an das System for Transfer of Financial Messages (SPFS), das russische Pendant zu SWIFT, anschließen werden. Die Chinesen werden natürlich prüfen, wie nahtlos der Übergang funktioniert.

Vergleichen Sie nun all das mit der Aussicht, dass es bald überhaupt kein SWIFT mehr geben wird, wie Mastercard CEO Michael Miebach in Davos verlauten ließ.

Miebach nahm an einer Podiumsdiskussion über digitale Zentralbankwährungen teil, bei der es um grenzüberschreitende Zahlungen ging, und deutete an, dass SWIFT bald der Vergangenheit angehören könnte. Das ist keine Frage: Moskau hat bereits ein Auge auf Krypto- und Digitalwährungen geworfen, und Peking ist fest entschlossen, den digitalen Yuan einzuführen, um SWIFT und das damit verbundene CHIPS (Clearing House Interbank Payment System) zu umgehen.

Der iranische Ölminister Javad Ouji kam bei seinem Treffen mit Novak in Teheran letzte Woche direkt zur Sache: „Unsere Länder stehen unter strengen Sanktionen, und wir haben das Potenzial, diese durch die Entwicklung bilateraler Beziehungen zu neutralisieren… Wir haben gemeinsame Ausschüsse zu Fragen des Bankwesens, der Energie, des Transportwesens, der Landwirtschaft sowie der Errichtung von Kernkraftwerken eingerichtet.“

Glazyev beschrieb die Initiative zum Umsturz des westlichen globalen Finanzsystems in einem exklusiven Interview mit The Cradle im April ausführlicher.

Sergey Glazyev über das Ende der Dollar-Herrschaft, eine neue Weltwährung und den Dritten Weltkrieg (Auszug) 

„Nachdem es den Amerikanern nicht gelungen ist, China durch einen Handelskrieg zu schwächen, haben sie den Hauptschlag auf Russland verlagert, das sie als schwaches Glied in der globalen Geopolitik und Wirtschaft ansehen. Die Angelsachsen versuchen, ihre ewigen russophoben Ideen umzusetzen, um unser Land zu zerstören und gleichzeitig China zu schwächen, denn die strategische Allianz zwischen Russland und China ist für die Vereinigten Staaten unerreichbar. Sie haben weder die wirtschaftliche noch die militärische Macht, uns gemeinsam zu vernichten, nicht einzeln“, sagt Sergey Glazyev, Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften und ehemaliger Präsidentenberater. In einem Interview mit BUSINESS Online spricht Glazyev über die Chancen, die sich derzeit für die russische Wirtschaft eröffnen, darüber, ob die Zentralbank dem Feind nachgibt, und darüber, ob eine neue globale Währung den Dollar ersetzen könnte.

„Die neue Weltwirtschaft ist von der Ideologie her sozialistisch“

Sergej Jurjewitsch, zu den heutigen tragischen Ereignissen haben Sie in Ihrem Telegrammkanal geschrieben, dass man einfach Ihr Buch über „den letzten Weltkrieg“, das Sie vor etwa sechs Jahren geschrieben haben, hätte lesen sollen. Wie haben Sie es geschafft, alles so genau vorherzusagen?

Sergey Glazyev: Tatsache ist, dass es langfristige Muster der wirtschaftlichen Entwicklung gibt, deren Analyse und Verständnis es Ihnen ermöglicht, aktuelle Ereignisse vorherzusagen. Wir erleben derzeit einen gleichzeitigen Wechsel der technologischen und weltwirtschaftlichen Paradigmen, mit einer Veränderung der technologischen Basis der Wirtschaft und einem Übergang zu grundlegend neuen Technologien sowie einem Wechsel des Managementsystems.

Solche Ereignisse kommen etwa einmal in einem Jahrhundert vor. Allerdings ändern sich technologische Systeme etwa alle 50 Jahre, und ihr Wandel wird in der Regel von einer technologischen Revolution, einer Depression und einem Wettrüsten begleitet. Die Wirtschaftssysteme ändern sich alle 100 Jahre, und dieser Wandel wird in der Regel von Weltkriegen und sozialen Revolutionen begleitet. Das liegt daran, dass die herrschende Elite in den Kernländern der alten Weltordnung den Wandel verhindert, die Entstehung effizienterer Regierungssysteme nicht berücksichtigt, die Entwicklung der neuen Weltführer, die sie nutzen, zu blockieren versucht und ihre Hegemonie und ihre Monopolstellung mit allen Mitteln, einschließlich militärischer und revolutionärer, aufrechtzuerhalten versucht.

Das ganze Interview in Deutsch 

Wer im Westen lebt wird in Zukunft gute Ideen brauchen ! Das Gewohnte wir nicht mehr funktionieren. Das Windrad und Lastenfahrrad wird das "Zeichen der neuen Zeit" im Westen sein !

 

Entstehung der neuen G8 - Die Welt gegen den Wertewesten, der sich gerne "Internationale Gemeinschaft" nennt !

Auszug Pepe Ecobar von Asia Times   Der Sprecher der Duma, Wjatscheslaw Wolodin, hat vielleicht das entscheidende Akronym für die entstehe...